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GRUSSKARTENBLOG

Wie viel Persönlichkeit steckt in meiner Handschrift?

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28. Mai 2019

Besteht Ihre Handschrift eher aus Winkeln, Girlanden, Arkaden oder Fäden? Wie bitte – Sie verstehen nur Bahnhof? Keine Angst, dann geht es Ihnen wie den meisten von uns. Denn es handelt sich hierbei um graphologische Fachausdrücke, die die Art und Weise unserer Schrift betreffen. Welche Rückschlüsse diese auf unsere Persönlichkeit zulassen und ob das alles wissenschaftlich fundiert oder eher Hokuspokus ist – damit beschäftigen wir uns in diesem Blog-Beitrag.

1. Die Handschrift und ihre Besonderheiten

Jeder von uns hat seine ganz eigene Schrift. Mal eher krakelig, mal geschwungen, mal mit eher nach links geneigten Buchstaben, mal steil aufgestellt. Und erinnern wir uns an die Schreibanfänge in der Grundschulzeit, dann stellen wir fest, dass sich unser Schriftbild seit damals ziemlich verändert hat. Doch lassen sich daraus wirklich Rückschlüsse auf unseren Charakter ziehen? Gibt unsere Handschrift tatsächlich preis, ob wir extrovertiert, verschlossen, durchsetzungsstark oder eigensinnig sind? Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Dazu muss man ein bisschen tiefer in die Lehre der Graphologie und ihre Bedeutung und Anerkennung in der Gesellschaft eintauchen.

2. Die Graphologie

Bereits seit etwa 100 Jahren beschäftigt sich die Graphologie (Wissenschaft von der Deutung der Handschrift) in Europa mit den Zusammenhängen zwischen Schriftbild und Persönlichkeit. Sie ist als Methode in der Psychodiagnostik angesiedelt und betrachtet Handschrift als Körpersprache auf feinmotorischer Ebene. So beschreibt der Berufsverband geprüfter Graphologen/Psychologen e.V. etwa auf seiner Website, dass es sich beim Schreiben um einen zentral gesteuerten Vorgang („Gehirnschrift“) handelt und zieht als Beweis die Tatsache heran, dass die Schrift unabhängig vom ausführenden Organ (Hand, Fuß, Mund) den gleichen Duktus, d. h. die gleiche Linienführung, aufweist, die Psyche also einen erheblichen Einfluss darauf hat.

Die Aussagekraft der Graphologie wird jedoch unter Wissenschaftlern durchaus kontrovers diskutiert. Manche bezeichnen sie gar als Kaffeesatzleserei oder Hokuspokus. Die Befürworter halten jedoch große Stücke auf das Urteil erfahrener Graphologen. So gelten graphologische Gutachten vor allem in Frankreich und Italien bei Unternehmen als bewährte Ergänzung bei der Bewerberauswahl. Über Sinn und Unsinn tatsächlich ein Urteil zu fällen, steht nicht in unserem Ermessen und soll hier auch gar nicht Ziel sein. Denn egal ob wissenschaftlich-fundiert oder Glaubensfrage, fest steht, die Graphologie ist ein spannendes Feld und die Analyse der Schrift in jedem Fall interessant. Denn selbst in jedem Hokuspokus steckt ja meistens zumindest ein kleines Körnchen Wahrheit.

3. Die Schriftanalyse

Graphologen unterscheiden zwischen verschiedenen Schrifttypen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man eine Sauklaue hat oder schön und ordentlich schreibt, denn die Schriftanalyse geht tiefer und beschäftigt sich mit der Größe und Breite der Buchstaben und ihrer Beziehung zueinander. Als zentral für die Einschätzung der Persönlichkeit gelten dabei die sogenannten Bindungsformen, die wir hier kurz vorstellen:

a) Arkade

Eine Arkade ist eine bogenförmige Wölbung, etwa bei den Buchstaben m oder n. Wer in Arkaden schreibt, schließt diese Buchstaben oben und gilt deshalb als zurückhaltend und verschlossen sowie jemand, der nur ungern Privates von sich preis gibt.

b) Girlande

Ein Girlanden-Schreiber dagegen schreibt das n wie ein u, also oben offen. Er wird deshalb eher als offener, kontaktfreudiger Typ eingeordnet.

c) Winkel

Wer sich in Winkeln ausdrückt, der verfasst Konsonanten nicht rund und bauchig, sondern in ausgeprägten Zickzacklinien. Er gilt deshalb als durchsetzungsstark und entschlossen, manchmal jedoch auch als ungeduldig und herrisch.

d) Faden

Als Faden bezeichnet man eine Schrift, die wie ein Faden eher flach und in die Länge gezogen ist. Fadenschreiber werden im positiven Sinne als flexibel und wendig charakterisiert, gelten aber auch als verschlagen und opportun.

Natürlich gibt es noch viele weitere Schriftausprägungen, die Graphologen in ihre Deutung mit einbeziehen. Wer mehr über seine eigene Handschrift erfahren oder einen Gutachterauftrag vergeben möchte, der findet unter www.graphologie.de ein Netzwerk an geprüften Graphologen.

Bilder: Titelbild und Bild 1: Canva (psphotopgraph-from-G-Image-Pro) / Bild 2: Hanra

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